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TURNING POINTS Decisive Moments in the History of Christianity THIRD EDITION Mark A. Noll, Turning Points: Decisive Moments in the History of Christianity, Third Edition (Grand Rapids, MI: Baker Academic, 2012), iii.

Mark A Noll

Vierzehn Momente, die den christlichen Glauben spalteten, prägten und globalisierten.

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TURNING POINTS Decisive Moments in the History of Christianity THIRD EDITION Mark A. Noll, Turning Points: Decisive Moments in the History of Christianity, Third Edition (Grand Rapids, MI: Baker Academic, 2012), iii.

In 60 Sekunden

Mark Noll erzählt Kirchengeschichte über vierzehn Schlüsselmomente neu, vom Fall Jerusalems im Jahr 70 bis zu einem Kongress 1974 in Lausanne. Jedes Kapitel beginnt mit einer Szene – das Glaubensbekenntnis eines Bischofs, die Regel eines Mönchs, die an eine Tür genagelten Thesen eines Mönchs – und zeigt dann, wie die Schockwellen bis heute nachwirken. Der rote Faden: Das Christentum wird immer wieder neu geformt durch Krisen, Konzile und Bekehrungen. Am Ende hat sich der Schwerpunkt des Glaubens von Rom und Wittenberg nach Afrika, Asien und Lateinamerika verlagert.

Bevor du anfängst

Warum es sich lohnt

Wenn du dich je gefragt hast, wie aus einer palästinensischen Sekte ein weltweiter Glaube in jeder Sprache und auf jedem Kontinent wurde, ist das hier die Landkarte. Noll, ein Historiker von Meisterhand, wählt vierzehn Momente aus und zeigt das Davor und Danach mit ungewöhnlicher Fairness gegenüber Katholiken und Protestanten. Lies es, wenn du unterrichtest, predigst, über Kirchengeschichte diskutierst oder einfach willst, dass deine Annahmen darüber, 'wie das Christentum immer schon war', stillschweigend auseinandergenommen werden.

15 Ideen in der Reihenfolge des Buchs

Die Kernideen

  1. 1Kapitel 1

    Als Jerusalem brannte, musste das Christentum sich neu erfinden

    Die römische Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. unter Titus am Ende des Jüdischen Krieges (66–73) zerstörte den Tempel, beendete das Opfersystem und den jüdischen Staat und zerstreute Juden und jüdische Christen. Josephus überlieferte, dass über eine Million Juden bei der Belagerung starben, wobei Noll warnt, dass die Zahl übertrieben sein könnte. Die christliche Gemeinde in Jerusalem floh vor der Belagerung nach Pella, wie Eusebius berichtet, und überlebte die Katastrophe; Noll behandelt die Überlieferung vorsichtig. Die auf Jerusalem zentrierte jüdisch-christliche Führung wurde zerstreut oder getötet. Heidenchristliche Gemeinden in Antiochia, Alexandria und Rom trugen den Glauben nun allein weiter.

    Die Idee

    Die definierende Trennung des Christentums vom Judentum war keine Lehrentscheidung, die in einem Seminar gefällt wurde — sie war eine Katastrophe. Als die auf Jerusalem zentrierte Führung verschwand, musste eine überwiegend heidenchristliche Kirche sich abgrenzen vom Glauben, der sie hervorgebracht hatte, und das geografische Herz des Glaubens verlagerte sich dauerhaft nach Westen. Was Leser überrascht: Eine einzige militärische Belagerung, keine theologische Debatte, setzte das Christentum auf den Weg, eine heidnische Weltreligion zu werden.

    Probier es aus: Lies Apostelgeschichte 15 zusammen mit einem kurzen Bericht über den Fall Jerusalems und achte darauf, wie wenig der neutestamentlichen Kirche die Belagerung intakt überstand.

  2. 2Kapitel 2

    Ein Wort — homoousios — spaltet die Kirche fast

    Arius, ein Priester in Alexandria, predigte, dass der Sohn ein geschaffenes Wesen sei — 'es war [eine Zeit], da er nicht war.' Konstantin, der angeblich vor der Schlacht an der Milvischen Brücke 312 ein Lichtkreuz am Himmel mit den Worten 'in hoc signo vinces' sah, berief etwa 300 Bischöfe nach Nizäa im Jahr 325 und leitete das Konzil, obwohl er noch nicht getauft war. Athanasius, damals ein junger Diakon aus Alexandria, verteidigte auf dem Konzil energisch die volle Gottheit Christi gegen Arius und argumentierte, dass, wenn Christ nicht vollkommen göttlich wäre, Erlösung nicht möglich wäre. Das Konzil verurteilte Arius und verbannte ihn und verfasste das ursprüngliche Nizänische Glaubensbekenntnis: Der Sohn ist 'gezeugt, nicht geschaffen, wesensgleich [homoousios] dem Vater.'

    Die Idee

    Das eine griechische Wort des Bekenntnisses — wesensgleich — wurde der Prüfstein der Orthodoxie, doch der arianische Streit setzte sich nach 325 jahrzehntelang fort und wurde erst mit dem Konzil von Konstantinopel 381 vollständig beigelegt. Der Arianismus blieb bei manchen germanischen Stämmen einflussreich.

    Probier es aus: Sprich das Nizänische Glaubensbekenntnis langsam nach und finde die eine Klausel — 'gezeugt, nicht geschaffen' — die ein Aufruhr im vierten Jahrhundert hervorbrachte.

  3. 3Kapitel 3

    Zwei Naturen, eine Person: Chalcedon zieht die Grenze

    Bis 451 zerriss sich die Kirche über eine Frage, die abstrakt klingt, es aber nicht war: Wie verhalten sich die göttliche und die menschliche Natur Christi zueinander? Das Konzil von Chalcedon 451 wurde vom Kaiser Marcian nahe Konstantinopel einberufen. Es verwarf sowohl den Nestorianismus (der die Naturen zu sehr trennte) als auch den Monophysitismus (der sie zu einer verschmolz). Seine Definition erklärte Christus als 'einen und denselben Christus, Sohn, Herr, Eingeborenen, erkannt in zwei Naturen ohne Vermischung, ohne Veränderung, ohne Trennung, ohne Spaltung.'

    Die Idee

    Die meisten Kirchen akzeptierten die Formel; die chalkedonische Definition wurde von den orientalisch-orthodoxen (monophysitischen) Kirchen — koptisch, armenisch, äthiopisch und syrisch — abgelehnt, die sich von der Reichskirche trennten, eine Spaltung, die bis heute besteht. Nolls Punkt: Die Definition wurde zum Standard für die orthodoxe Christologie, aber ihr Preis war die erste große dauerhafte Bruchstelle. Präzision darüber, wer Christus ist, erkauft wurde mit der Gemeinschaft selbst.

    Probier es aus: Lies die vier Adverbien der Chalcedonensischen Definition laut vor — ohne Vermischung, Veränderung, Trennung, Spaltung — und frage, was jedes einzelne ausschließt.

  4. 4Kapitel 4

    Benedikts Regel: Ein Stundenplan, der eine Zivilisation rettete

    Benedikt von Nursia wurde um 480 geboren. Er verließ Rom, um als Einsiedler in Subiaco zu leben, und gründete das Kloster auf dem Monte Cassino (um 529/530), wo er seine Regel um 530/540 verfasste. Die Regel bot einen ausgewogenen, praktischen Tagesablauf aus Gebet, Arbeit und Studium (ora et labora) unter einem Abt und schrieb sieben gemeinschaftliche Gebetszeiten pro Tag vor, beginnend mit den Vigilien in der Nacht und endend mit der Komplet vor dem Schlafengehen. Sie wurde die Vorlage für das westliche Mönchtum.

    Die Idee

    Die Regel wurde zum Standard für das westliche Mönchtum, stabilisierte und verbreitete das Mönchtum im Westen und bewahrte Bildung und Glauben während des frühen Mittelalters; Klöster wurden Zentren des Lernens, der Landwirtschaft und der Missionsarbeit.

    Probier es aus: Versuche, einen Tag um feste Gebetszeiten zu strukturieren — sogar drei, nicht sieben — und achte darauf, wie Rhythmus die Aufmerksamkeit verändert.

  5. 5Kapitel 5

    Weihnachten 800: ein Papst macht einen Kaiser

    Weihnachtsmorgen, Petersdom, Rom. Papst Leo III. krönte Karl den Großen am Weihnachtstag des Jahres 800 im Petersdom in Rom zum 'Kaiser der Römer'. Die Handlung schuf ein neues weströmisches Reich (später das Heilige Römische Reich) und schmiedete ein mächtiges Bündnis zwischen dem Papsttum und einem germanischen (fränkischen) christlichen Herrscher. Sie prägte die politische und religiöse Struktur der mittelalterlichen Christenheit.

    Die Idee

    Die Krönung schuf eine Blaupause, die Europa tausend Jahre lang beherrschte: ein wiederbelebtes Westreich, das von der Kirche legitimiert wurde, und eine Kirche, die vom Reich geschützt und gestärkt wurde.

    Probier es aus: Skizziere die Verflechtungen von Kirche und Staat in einer aktuellen Nachricht und verfolge, wie weit die Verflechtung zurückreicht.

  6. 6Kapitel 6

    1054: eine Exkommunikationsbulle auf dem Altar der Hagia Sophia

    Der päpstliche Legat Kardinal Humbert legte am 16. Juli 1054 eine Exkommunikationsbulle auf dem Altar der Hagia Sophia in Konstantinopel nieder. Patriarch Michael Cerularius exkommunizierte die Legaten im Gegenzug. Zu den unmittelbaren Streitpunkten gehörten die westliche Ergänzung des filioque um das Glaubensbekenntnis von Nizäa, die päpstlichen Ansprüche auf universale Jurisdiktion und die Verwendung von ungesäuertem (statt gesäuertem) Brot in der Eucharistie. Tiefere kulturelle, sprachliche und politische Unterschiede zwischen dem griechischen Osten und dem lateinischen Westen hatten sich schon Jahrhunderte vor 1054 entwickelt.

    Die Idee

    Noll wehrt sich gegen die glatte Erzählung: Das Schisma war 1054 nicht endgültig — die Exkommunikationen wurden nicht sofort als endgültig angesehen — doch die Plünderung Konstantinopels durch den Vierten Kreuzzug 1204 zuspitzte die Trennung und machte eine Versöhnung unmöglich. Die Lehre lautet: Schismata werden meist in Etappen real — eine dramatische Geste, dann eine tiefere Wunde, die sie besiegelt. Was die orthodoxen und die katholischen Kirchen bis heute trennt, geht auf beide Daten zurück.

    Probier es aus: Vergleiche das Glaubensbekenntnis von Nizäa, wie es in einer orthodoxen und in einer katholischen Liturgie gesprochen wird, und entdecke den Unterschied des filioque.

  7. 7Kapitel 7

    Worms, 1521: 'Hier stehe ich'

    Martin Luther schlug die Fünfundneunzig Thesen am 31. Oktober 1517 in Wittenberg an und griff damit den Missbrauch der Ablasspraxis an; der Streit verbreitete sich rasch durch den Buchdruck. Auf dem Reichstag zu Worms im April 1521 forderte Kaiser Karl V. ihn auf, seine Schriften zu widerrufen. Luther weigerte sich, es sei denn, er würde durch Zeugnis der Schrift oder klare Vernunft überzeugt, und soll gesagt haben: 'Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen.' Die Wormser Edikte erklärten Luther für vogelfrei und zum Ketzer, doch sein Standfestigkeit festigte die protestantische Reformation, die die westliche Christenheit dauerhaft spaltete und sie in lutherische, reformierte, anglikanische und täuferische Traditionen zerbrach; andere Reformatoren wie Johannes Calvin in Genf und Huldrych Zwingli in Zürich entwickelten ihre eigenen Versionen des Protestantismus.

    Die Idee

    Sein Standhalten vor dem Kaiser begründete das Prinzip des an die Schrift gebundenen Gewissens als Fundament des Protestantismus. Die Reformation spaltete die westliche Christenheit dauerhaft. Nolls Rahmung macht deutlich, dass das einzelne Individuum, das sich auf die Schrift gegen institutionelle Autorität stellt, zur Signatur der Bewegung wurde.

    Probier es aus: Lies eine der Fünfundneunzig Thesen und identifiziere den konkreten Missbrauch, den sie anprangert, und frage dann, welche moderne Praxis ein Reformer heute anschlagen würde.

  8. 8Kapitel 8

    1534: Heinrich VIII. macht sich zum obersten Haupt

    Heinrich VIII. wünschte, seine Ehe mit Katharina von Aragón für nichtig erklären zu lassen, was Papst Clemens VII. verweigerte; der Suprematsakt von 1534 erklärte König Heinrich VIII. zum 'einzigen obersten Haupt der Kirche von England auf Erden'. Das Ergebnis war Englands Bruch mit der päpstlichen Autorität und die Errichtung einer Nationalkirche unter königlicher Kontrolle.

    Die Idee

    Der unmittelbare Anlass war Heinrichs Wunsch, seine Ehe mit Katharina von Aragón für nichtig erklären zu lassen.

    Probier es aus: Verfolge ein Merkmal des anglikanischen Lebens — seine Struktur oder Liturgie — zurück, ob es der Krone oder dem Evangelium dient, und bemerke, wie verflochten beide bleiben.

  9. 9Kapitel 9

    Ignatius' verwundetes Beut löst eine weltweite Gegenreformation aus

    Ignatius von Loyola wurde bekehrt, nachdem er 1521 in der Schlacht von Pamplona verwundet worden war. Die Gesellschaft Jesu wurde 1540 gegründet und von Papst Paul III. mit der Bulle 'Regimini militantis ecclesiae' bestätigt. Ignatius gründete den Orden mit seinen Gefährten (darunter Franz Xaver); seine Geistlichen Übungen und das Jesuitengelübde des besonderen Gehorsams gegenüber dem Papst machten den Orden zur Speerspitze der katholischen Reform, mit dem Schwerpunkt auf Bildung, Missionsarbeit und Gehorsam gegenüber dem Papst. Franz Xaver begann 1542 seine Missionsreisen, reiste nach Indien, Südostasien und Japan und an die Ränder Chinas, taufte Zehntausende und errichtete Missionen in ganz Asien, bevor er 1552 starb.

    Die Idee

    Während der Protestantismus den Westen spaltete, wurden die Jesuiten zur Speerspitze der katholischen Reform — diszipliniert, gebildet und von Anfang an global.

    Probier es aus: Bete eine einzelne Seite der Geistlichen Übungen durch und achte darauf, wie viel davon Einbildungskraft ist, nicht Argumentation.

  10. 10Kapitel 10

    Aldersgate Street, 1738: ein Herz, das 'seltsam erwärmt' wurde

    John Wesleys Bekehrung geschah am 24. Mai 1738 bei einer Zusammenkunft in der Aldersgate Street. Während er einer Lesung von Luthers Vorrede zum Römerbrief lauschte, fühlte er, wie sein Herz 'seltsam erwärmt' wurde — sein Tagebuch vermerkt: 'Ich fühlte, wie mein Herz seltsam erwärmt wurde. Ich fühlte, dass ich an Christus vertraute, an Christus allein für das Heil.' Die Bekehrungserlebnisse von John und Charles Wesley 1738 in London lösten die evangelikale Erweckung in Großbritannien und die methodistische Bewegung aus. John Wesley legte zu Lebzeiten schätzungsweise 250.000 Meilen zu Pferde zurück und predigte über 40.000 Mal, wobei er methodistische Gesellschaften in ganz Großbritannien und Amerika organisierte.

    Die Idee

    Der Methodismus betonte persönliche Bekehrung, Heiligung, kleine Gruppen, Feldpredigt und soziale Reform und prägte das englischsprachige Christentum zutiefst.

    Probier es aus: Tritt einer kleinen wöchentlichen Gruppe bei oder gründe eine, die Rechenschaftspflicht mit einer gemeinsamen geistlichen Praxis verbindet, im Stil Wesleys.

  11. 11Kapitel 11

    1789: Die Vernunft stürmt Notre-Dame

    Die Französische Revolution von 1789 suchte das alte Regime — einschließlich des privilegierten Status der katholischen Kirche — durch eine neue Ordnung zu ersetzen, die auf Vernunft und Volkssouveränität beruhte. Die Zivilverfassung des Klerus (1790) unterstellte die französische Kirche dem Staat. Die Entchristianisierungskampagne schloss Kirchen, schmolz Glocken ein, verfolgte Priester und Nonnen und ersetzte die christliche Anbetung durch den Kult der Vernunft (einschließlich des Festes der Vernunft in der Kathedrale Notre-Dame 1793) und später den Kult des Höchsten Wesens. Die katholische Kirche wurde schließlich unter Napoleons Konkordat von 1801 wiederhergestellt.

    Die Idee

    Das Ergebnis war ein gewaltiger, gewaltsamer Angriff auf die Kirche in Frankreich, der Christen zwang, das Verhältnis zwischen Glaube und modernen politischen Ideologien neu zu überdenken.

    Probier es aus: Lies ein modernes säkularistisches Argument über die öffentliche Rolle der Religion und frage, welche seiner Schritte die Revolution bahnte.

  12. 12Kapitel 12

    Edinburgh 1910: 1.200 Delegierte, 17 aus dem globalen Süden

    Die Weltmissionskonferenz fand 1910 in Edinburgh, Schottland, statt, geleitet von John R. Mott, und markierte den Höhepunkt der modernen protestantischen Missionsbewegung. Sie brachte 1.200 protestantische Delegierte von Missionsgesellschaften und jüngeren Kirchen zusammen — fast ausschließlich aus dem Westen; nur 17 der 1.200 kamen aus Asien, Afrika oder Lateinamerika. Ihr Leitsatz, geprägt von Mott, lautete: 'die Evangelisierung der Welt in dieser Generation.' Die Konferenz führte zu verstärkter Zusammenarbeit unter den protestantischen Missionen, zum Internationalen Missionsrat und schließlich zum Ökumenischen Rat der Kirchen.

    Die Idee

    Die Konferenz startete die moderne ökumenische Bewegung; sie brachte fast ausschließlich westliche Delegierte zusammen.

    Probier es aus: Schlage die aktuelle Mitgliederzahl des Ökumenischen Rates der Kirchen nach und zähle, wie viele seiner Mitgliedskirchen nicht westlich sind.

  13. 13Kapitel 13

    Azusa Street, 1906: Zungenreden in Los Angeles

    Die Azusa-Street-Erweckung begann im April 1906 in Los Angeles unter der Leitung von William J. Seymour, einem afroamerikanischen Prediger, und wurde zum Ursprung des modernen Pfingstchristentums mit seinem Schwerpunkt auf Zungenreden und geistlichen Gaben. Von der Azusa Street aus breitete sich das Pfingstchristentum weltweit aus; zu Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts zählten pfingstliche und charismatische Christen weltweit über 500 Millionen.

    Die Idee

    Der am schnellsten wachsende Zweig des globalen Christentums geht auf eine Erweckung in einem gemieteten Saal zurück.

    Probier es aus: Frage einen pfingstlichen Freund, wie seine Tradition Heilung oder Zungenreden versteht, und höre zu, ohne zu debattieren.

  14. 14Kapitel 13

    Zweites Vatikanisches Konzil: Johannes XXIII. öffnet ein Fenster

    Das Zweite Vatikanische Konzil wurde 1962 von Papst Johannes XXIII. einberufen und endete 1965 unter Paul VI. nach vier Sitzungen, wobei sechzehn Dokumente hervorgebracht wurden. Zu den wichtigsten Dokumenten zählen 'Lumen Gentium' über die Kirche, 'Dei Verbum' über die Offenbarung, 'Gaudium et Spes' über die Kirche in der modernen Welt und 'Dignitatis Humanae' über die Religionsfreiheit. Zu den Ergebnissen gehörten Volkssprachen in der Liturgie, Offenheit für den ökumenischen Dialog und eine erneuerte Betonung der Rolle der Laien. Noll berichtet von Johannes' XXIII. Worten bei der Eröffnung des Konzils — dem Wunsch nach 'einem neuen Pfingstfest' und einer 'aggiornamento' (Aktualisierung) der Kirche sowie der Anekdote, das Konzil solle ein Fenster öffnen, um frische Luft in die Kirche zu lassen — behandelt solche Anekdoten jedoch mit Vorsicht.

    Die Idee

    Zu den Ergebnissen gehörten Offenheit für den ökumenischen Dialog, eine neue Haltung gegenüber anderen Religionen und der modernen Kultur, die Bekräftigung der Religionsfreiheit und eine erneuerte Betonung der Rolle der Laien. Noll behandelt solche Anekdoten mit Vorsicht.

    Probier es aus: Besuche eine Messe in einer Sprache, die du verstehst, und erinnere dich daran, dass vor den 1960er Jahren Latein weltweit die Norm war.

  15. 15Nachwort, Einleitung

    Von Edinburghs 17 zur Mehrheit im globalen Süden

    Im Jahr 1900 lebten etwa 66% der Christen in Europa; bis 2000 lag diese Zahl bei etwa 26%. Am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts lebte die Mehrheit der Christen der Welt im globalen Süden (Afrika, Asien und Lateinamerika) — eine dramatische Verschiebung gegenüber einem Jahrhundert zuvor, als die meisten in Europa und Nordamerika waren. Noll nennt dies die 'Globalisierung des Christentums'. Die dritte Auflage fügt ein neues Kapitel über die Lausanner Kongress von 1974 hinzu und überarbeitet Material über das neuere Christentum, was die Verlagerung des Schwerpunkts des Christentums in den globalen Süden widerspiegelt. Noll nennt drei Kriterien für einen Wendepunkt: Er muss ein entscheidender Moment sein, dessen Wirkung noch spürbar ist, er muss eine Richtungsänderung darstellen, und er muss ein Moment sein, in dem etwas Neues ins Leben gerufen wurde.

    Die Idee

    Der Glaube, der einst von einem durch Rom zerstreuten Jerusalem ausging, hat heute sein demografisches Zentrum in Ländern, die einst Ziele europäischer Missionen waren.

    Probier es aus: Finde die nächste Gemeinde, die in einer anderen Sprache als Englisch Gottesdienst feiert, und besuche sie; du wirst die Zukunft des Glaubens sehen.

Zum Merken

Die besten Zitate

“es gab [eine Zeit], da er nicht war”
— Arius
“gezeugt, nicht geschaffen, einer Wesenheit [homoousios] mit dem Vater”
— das Glaubensbekenntnis von Nizäa
“ein und derselbe Christus, Sohn, Herr, Eingeborener, erkannt in zwei Naturen ohne Vermischung, ohne Veränderung, ohne Trennung, ohne Spaltung”
— die Definition von Chalcedon
“Ich spürte, wie mein Herz auf seltsame Weise erwärmt wurde. Ich spürte, dass ich auf Christus vertraute, auf Christus allein für das Heil.”
— John Wesley

Eine faire Kritik

Schwächen

Vierzehn Momente können nicht alles tragen: Der orthodoxe Osten nach 1054, das Christentum in Afrika vor den Missionaren und die Rolle der Frauen kommen zu kurz. Nolls protestantische Brille zeigt gelegentlich – katholische Leser könnten die Kapitel zur Reformation kühler finden als die zur Mission. Die Wendepunkt-Struktur, so klärend sie ist, staucht langsame Entwicklungen zu dramatischen Augenblicken zusammen. Und die letzten Kapitel über den globalen Süden, obwohl überarbeitet, eilen schneller dahin als die reich ausgearbeiteten frühen Kapitel.

In einem Satz

Die Geschichte des Christentums dreht sich um eine Handvoll Momente – eine niedergebrannte Stadt, ein Glaubenswort, eine genagelte These, ein erwärmtes Herz – und jeder einzelne prägt noch heute, wie Milliarden glauben.

Ist es etwas für dich?

Für wen sich das Buch eignet

Studierende, Pfarrer und alle, die ahnen, dass Kirchengeschichte langweilig sei – Noll beweist das Gegenteil in vierzehn packenden Kapiteln. Auch ideal für Kleingruppen, die eine gemeinsame Landkarte davon wollen, wie das Christentum zu einem weltweiten Glauben wurde.

4 Fragen

Kurzes Quiz: Wie gut kennst du TURNING POINTS Decisive Moments in the History of Christianity THIRD EDITION Mark A. Noll, Turning Points: Decisive Moments in the History of Christianity, Third Edition (Grand Rapids, MI: Baker Academic, 2012), iii.?

Frage 1

1Welche Formel aus dem Glaubensbekenntnis von Nizäa wurde zum Prüfstein der orthodoxen Christuslehre?

Frage 2

2Was machte das ost-westliche Schisma von 1054 endgültig unheilbar?

Frage 3

3Wie viele der 1.200 Delegierten von Edinburgh 1910 kamen aus Asien, Afrika oder Lateinamerika?

Frage 4

4Welcher Anteil der Christen weltweit lebte im Jahr 2000 in Europa?

0 von 4 beantwortet

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