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The African Union in the United Nations

Hosli,

Wie Afrika lernte, bei den Vereinten Nationen mit einer Stimme zu sprechen

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The African Union in the United Nations

In 60 Sekunden

Das Buch zeichnet den Aufstieg der Afrikanischen Union nach, von der Gründung der Organisation für Afrikanische Einheit 1963 über ihre Wiedergeburt 2002 bis zu ihrem langen Ringen um einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Es zeigt, wie die AU echte Strukturen aufbaut: einen Friedens- und Sicherheitsrat, ein kontinentales Gesundheitsorgan, eine gemeinsame Verhandlungsposition zum Klima. Und doch bleibt das Verhältnis schief: Mehr als 70 Prozent des programmatischen Haushalts der AU stammen von externen Partnern, vor allem von der Europäischen Union. Das Urteil des Buches: eine 'Partnerschaft auf Augenhöhe' in der Rhetorik, eine 'asymmetrische Beziehung' in der Praxis.

Bevor du anfängst

Warum es sich lohnt

Wer verstehen will, wie der Globale Süden tatsächlich mit den UN verhandelt – nicht in der Theorie, sondern in Haushalten, Logistik von Friedensmissionen und Gipfelkommuniqués –, braucht dieses Buch. Es ist unverzichtbar für Studierende der Internationalen Beziehungen, für Fachleute der Afrikapolitik und für Leser, die die Reform des Sicherheitsrats verfolgen. Es erklärt, warum Afrikas größte diplomatische Forderungen unerfüllt bleiben – und was nötig wäre, um das zu ändern.

18 Ideen in der Reihenfolge des Buchs

Die Kernideen

  1. 1Kapitel 1-2

    Von Addis Abeba 1963: der lange Weg zu einer kontinentalen Stimme

    Die OAU erhielt 1965 Beobachterstatus, und ihre Ständige Beobachtermission in New York vertritt die AU bei den Vereinten Nationen. Von diesem bescheidenen Büro aus nimmt die afrikanische Diplomatie bei der UN Gestalt an. Die 1963 gegründete OAU vertritt den Kontinent fast vier Jahrzehnte lang, bevor sie 2002 durch die Afrikanische Union abgelöst wird. Der Vorsitzende der AU spricht jährlich vor der UN-Generalversammlung.

    Die Idee

    Die kontinentale Vertretung bei der UN geht der AU selbst um fast vier Jahrzehnte voraus. Die unter der OAU geschaffene Beobachtermission wurde zur institutionellen Brücke über den Übergang von 2002 hinweg – deshalb kam die AU bei der UN mit funktionierender Infrastruktur an, statt bei null anzufangen. Die jährliche Ansprache des Vorsitzenden vor der Generalversammlung gibt Afrika einen festen, wiederkehrenden Moment auf der Weltbühne, den die AU geerbt hat und nun für sich beansprucht.

    Probier es aus: Suche die jüngste Generalversammlungsansprache des AU-Vorsitzenden und lies sie gegen die eigene Tagesordnung der UN für diese Sitzung.

  2. 2Kapitel 1-2

    Nichteinmischung, dann das Recht zu intervenieren

    Stell dir den Moment vor, in dem das Gründungsakt unterzeichnet wird. Die OAU-Generation baute die gesamte afrikanische Ordnung auf einem heiligen Prinzip auf: der Nichteinmischung. Souveränität war der Schild, der äußere Mächte und sich einmischende Nachbarn fernhielt, und das Gründungsdokument der AU trägt diese DNA in sich. Das Gründungsakt fügte später das Recht hinzu, bei Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu intervenieren. Der Schild bekommt ein Schwert.

    Die Idee

    Diese Änderung ist eine der stillen Revolutionen im Völkerrecht. Sie markiert den Moment, in dem afrikanische Führer akzeptierten, dass Souveränität nicht absolut sein konnte, wenn Massentötungen im Gange waren, und sie gab der AU die rechtliche Deckung für die Friedens- und Sicherheitsaktivität, die im Buch folgt.

    Probier es aus: Vergleiche die Interventionsklausel im Gründungsakt der AU mit der Nichteinmischungssprache in der UN-Charta und beachte den Unterschied.

  3. 3Kapitel 2-3

    Zwei Räte, ein Tisch: das jährliche Ritual, das 2007 begann

    Der Friedens- und Sicherheitsrat der AU (PSC), geschaffen 2004, hält jährliche gemeinsame konsultative Treffen mit dem UN-Sicherheitsrat ab, die seit 2007 stattfinden. Die Vereinbarung macht aus zwei getrennten Gremien Gegenüber. Die Treffen wechseln zwischen New York und Addis Abeba. Um einen Tisch sitzen die Mitglieder des mächtigsten Sicherheitsgremiums der Welt und die Mitglieder des afrikanischen.

    Die Idee

    Der wechselnde Tagungsort ist wichtiger, als er aussieht. Sich in Addis Abeba zu treffen, stellt den UN-Sicherheitsrat auf afrikanischen Boden, in die Hauptstadt der AU – eine kleine, aber reale Umwägung der diplomatischen Geografie. Diese jährlichen Konsultationen institutionalisieren eine Beziehung, die sonst von Krisen abhängen könnte, und geben den beiden Gremien einen stehenden Kanal zur Abstimmung ihrer Positionen zu Konflikten auf dem Kontinent.

    Probier es aus: Finde das Kommuniqué des jüngsten gemeinsamen Treffens zwischen dem AU-PSC und dem UN-Sicherheitsrat und notiere, welche Konflikte die Tagesordnung dominierten.

  4. 4Kapitel 4-5

    Der Ezulwini-Konsens: zwei ständige Sitze, bei jedem Gipfel seit 2005 gefordert

    Der Ezulwini-Konsens von 2005 forderte zwei ständige Sitze mit Vetorecht und fünf nichtständige Sitze für Afrika in einem reformierten UN-Sicherheitsrat. Jeder AU-Gipfel seitdem hat die Forderung bekräftigt. Diese Forderung wurde nicht erreicht.

    Die Idee

    Der Ezulwini-Konsens ist weniger bemerkenswert für das, was er erreichte, als für das, was er beweist. Das Scheitern, diese Einheit in einen Sitz zu verwandeln, zeigt, wo die Macht der AU tatsächlich endet: Die Änderungsregeln der UN-Charta legen die Reform in die Hände genau der Mächte, deren Privilegien auf dem Spiel stehen.

    Probier es aus: Lies den Text des Ezulwini-Konsenses und prüfe dann die neueste Resolution der UN-Generalversammlung zur Reform des Sicherheitsrats, um zu sehen, wie weit sich die Sprache bewegt hat.

  5. 5Kapitel 15-16

    Die radikale Antwort des C-10: wähle die ständigen Sitze

    Der C-10-Ausschuss der AU hat vorgeschlagen, dass Afrikas zwei ständige Sitze von der AU-Versammlung gewählt werden, statt von bestimmten Ländern gehalten zu werden. Der Vorschlag erbt ein praktisches Problem, das der Ezulwini-Konsens offen gelassen hat: Wenn Afrika zwei ständige Sitze gewinnt, wer besetzt sie? Die Sitze würden dem Kontinent gehören und unter seinen Mitgliedern rotieren, nicht einer einzelnen Hauptstadt gehören.

    Die Idee

    Dies ist die institutionell kreativste Idee in der Reformkampagne – und die bedrohlichste für die bestehende Ordnung. Ständige Sitze, gehalten von rotierenden afrikanischen Staaten, kollektiv gewählt, würden die Annahme brechen, dass Beständigkeit Großmächten gehört.

    Probier es aus: Skizziere, wie eine Wahl der AU-Versammlung für einen rotierenden ständigen Sitz in der Praxis funktionieren würde, und wo die Vetofrage zum Tragen käme.

  6. 6Kapitel 2 und 4

    Der Rahmen von 2006 und sein Upgrade von 2017

    Die AU und die UNO unterzeichneten 2006 einen Rahmen für verstärkte Zusammenarbeit, der regelmäßige Konsultationen zwischen der AU-Kommission und dem UN-Sekretariat etablierte. Er ist das bürokratische Rückgrat der Beziehung: angesetzte Treffen, stehende Kanäle, Papierkram statt Improvisation. Dieser Rahmen wurde 2017 aktualisiert, um gemeinsame Friedens- und Sicherheitsmechanismen einzubeziehen.

    Die Idee

    Rahmenabkommen wie dieses sind die Art, wie zwischenstaatliche Organisationen tatsächlich kooperieren, wenn kein Vertrag sie dazu zwingt. Das Abkommen von 2006 gab der AU-UNO-Beziehung einen verlässlichen Rhythmus; die Aktualisierung von 2017 räumte ein, dass Frieden und Sicherheit zum Schwerpunkt geworden waren. Was der Rahmen nicht reparieren kann, ist die zugrunde liegende Asymmetrie, denn Konsultationen zwischen ungleichen Partnern bleiben ungleiche Konsultationen.

    Probier es aus: Spüre auf, welche gemeinsamen AU-UNO-Mechanismen es heute unter dem Rahmen von 2017 gibt und welche Konflikte sie berührt haben.

  7. 7Kapitel 5 und 8

    Agenda 2063 trifft auf die Agenda 2030

    Die Agenda 2063 der AU umreißt die Entwicklungsziele für den Kontinent. Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der UNO wurde 2015 verabschiedet. Der Erste Zehnjahres-Umsetzungsplan (2014-2023) der AU ist mit den SDGs abgestimmt, insbesondere bei der Armutsbekämpfung und dem Infrastrukturausbau in Afrika. Zwei Kalender, ein Kontinent, eine bewusste Synchronisierung.

    Die Idee

    Abstimmung ist eine diplomatische Strategie ebenso sehr wie ein Planungsinstrument. Indem die AU das erste Jahrzehnt der Agenda 2063 mit den SDGs synchronisiert, macht sie jede UN-Entwicklungskonversation zu einem Schauplatz, auf dem Afrikas eigene Prioritäten bereits in kompatibler Sprache auf dem Tisch liegen. Der Haken: Eine fünfzigjährige afrikanische Vision wird an einer fünfzehnjährigen globalen gemessen, und der Zeithorizont der AU reicht weit über den der SDGs hinaus.

    Probier es aus: Wähle ein SDG aus und finde sein Gegenstück im Ersten Zehnjahres-Umsetzungsplan der Agenda 2063, um zu sehen, wo die Ziele übereinstimmen oder auseinanderlaufen.

  8. 8Kapitel 5 und 8

    AfCFTA und die UN-Agentur hinter dem Papierkram

    Das Aushängeschild der AU, die Afrikanische Kontinentale Freihandelszone (AfCFTA), ist ein Meilenstein wirtschaftlicher Integration. Die Umsetzung ist ein technischer Berg: Zolltarife, Ursprungsregeln, Zollharmonisierung. Die UN-Wirtschaftskommission für Afrika springt mit technischer Unterstützung ein und liefert die analytische Maschinerie, die ein junges Sekretariat noch nicht allein aufbauen konnte. Ein Kontinentmarkt, entworfen mit Hilfe einer UN-Agentur.

    Die Idee

    AfCFTA zeigt die AU-UNO-Beziehung in ihrer funktionalsten Form: Die AU setzt die politische Ambition, ein UN-Organ liefert das Fachwissen. Diese Arbeitsteilung ist genau das, was das größere Argument des Buchs vorhersagt, die AU führt politisch, während sie sich auf externe technische und finanzielle Unterstützung stützt. Ob diese Unterstützung Kapazitäten aufbaut oder sie ersetzt, ist die Frage, die das nächste Jahrzehnt der Freihandelszone beantworten wird.

    Probier es aus: Prüfe den aktuellen Handelsstatus der AfCFTA und sieh nach, welche Länder tatsächlich unter den Regeln des Abkommens mit dem Handel begonnen haben.

  9. 9Kapitel 6 und 11

    Banjuls Kommission und der Prüfspiegel der UNO

    Die Afrikanische Charta der Menschenrechte und Rechte der Völker wurde 1981 verabschiedet. Die Afrikanische Kommission für Menschenrechte und Rechte der Völker mit Sitz in Banjul, Gambia, legt der AU-Versammlung jährliche Berichte vor. Aber die Kommission arbeitet nicht in einer afrikanischen Blase: Sie interagiert mit dem Universellen Staatenberichtsverfahren des UN-Menschenrechtsrats, dem Prozess, der die Bilanz jedes UN-Mitgliedstaats der Prüfung durch die Staaten aussetzt. Zwei Prüfsysteme, die Bilanz eines Kontinents.

    Die Idee

    Das Zusammenspiel zwischen Banjul und dem UPR zeigt, wie regionale Menschenrechtsmechanismen in das globale System einspeisen statt mit ihm zu konkurrieren. Die Pflichten eines Staates aus der Afrikanischen Charta und seine UPR-Prüfung verweisen aufeinander, was die Kosten erhöht, beide zu ignorieren. Die jährliche Berichterstattung der Kommission an die AU-Versammlung hält den politischen Druck im Inland aufrecht, während die UPR-Verbindung die afrikanischen Bilanzen in New York und Genf sichtbar hält.

    Probier es aus: Lies das jüngste UPR-Ergebnis eines afrikanischen Staates und zähle, wie viele Empfehlungen die Afrikanische Charta zitieren.

  10. 10Chapters 7 and 12

    One negotiating bloc at the climate table

    The AU's Committee of African Heads of State and Government on Climate Change (CAHOSCC), established in 2009, coordinates Africa's common position in UN climate talks. Alongside it, the African Group of Negotiators does the day-to-day work of coordinating positions at UN climate conferences. Heads of state set the line; negotiators hold it through marathon sessions. A continent of vastly different economies and emissions profiles arrives at the talks speaking, formally, as one.

    Die Idee

    Climate is where the AU's one-voice ambition works best, because fifty-four countries bargaining separately would be fifty-four times weaker. The two-level structure, heads of state above, negotiators below, gives Africa both authority and stamina. The model is exactly what the Security Council reform campaign lacks, and the book's contrast between the two is hard to miss.

    Probier es aus: Find the African Group of Negotiators' position paper from the last COP and identify its three core demands.

  11. 11Chapters 7 and 12

    The Great Green Wall: 100 million hectares by 2030

    The AU's Great Green Wall initiative, launched in 2007, is an AU-led environmental project spanning the Sahel region. It aims to restore 100 million hectares of degraded land across the Sahel by 2030. The UN Convention to Combat Desertification partners with the AU on the project, bringing global institutional weight to a vision that began as Africa's own. Trees, soil, livelihoods, a wall of green against the desert.

    Die Idee

    The Great Green Wall is the AU acting as project owner, not petitioner, with a UN body as partner rather than patron. Its 100-million-hectare target is one of the largest restoration commitments anywhere, and its progress has lagged far behind the ambition. That gap between vision and delivery is the book's recurring theme in environmental form, and the UNCCD partnership is what keeps international attention and resources flowing.

    Probier es aus: Look up the Great Green Wall's current restoration figures against the 100-million-hectare 2030 target and note the gap.

  12. 12Chapters 9 and 14

    Africa CDC declares emergency: the pandemic test

    The Africa CDC, established in 2016 and headquartered in Addis Ababa, declared COVID-19 a continental health emergency in February 2020. The AU's response to COVID-19 included the establishment of the African Medical Supplies Platform in 2020, and the Africa CDC coordinated the continent's response with the WHO, including the COVAX vaccine distribution mechanism. A continent often last in line builds its own supply pipeline.

    Die Idee

    The pandemic was the AU's clearest proof of institutional maturity. Africa CDC, only four years old, moved faster than many national governments, and the Medical Supplies Platform addressed the ugliest feature of the global response, rich countries outbidding poor ones. Coordination with the WHO gave the effort legitimacy and reach, but the initiative and the machinery were African, a genuine one-voice moment in health.

    Probier es aus: Visit the African Medical Supplies Platform's site and see what it reveals about pooled procurement as a model for other regions.

  13. 13Chapters 9 and 15

    Boko Haram and the task force the UN funds to fight

    The AU's Multinational Joint Task Force (MNJTF) against Boko Haram in the Lake Chad Basin is coordinated under AU auspices with troops from Nigeria, Niger, Chad, Cameroon, and Benin. What the force lacks is reliable equipment and logistics. The UN Security Council has authorized logistical support for this force through Resolution 2349 (2017). African soldiers do the fighting; the UN authorizes the trucks, fuel and communications that let them fight.

    Die Idee

    Resolution 2349 captures the book's core asymmetry in a single arrangement. The AU supplies the political authorization and the troops, the UN supplies the means, and neither could manage without the other. This pattern, African operations running on external logistical oxygen, is precisely what the AU's own financing reforms, like its import levy, are meant to end.

    Probier es aus: Read Resolution 2349 and track which forms of support it authorizes for the MNJTF beyond logistics.

  14. 14Kapitel 9 und 14

    Die 0,2-%-Abgabe, die zu kurz griff

    2015/2018 beschloss die AU, eine 0,2-%ige Importsteuer (AU Import Levy) auf förderfähige Importe zu erheben, um ihre eigenen Friedensoperationen zu finanzieren. Bis 2022 brachte diese Abgabe nur 150 Millionen Dollar ein, weit unter dem Ziel von 400 Millionen. Der Schritt in die Eigenständigkeit ist real, aber die Lücke zwischen Anspruch und Einnahmen erzählt ihre eigene Geschichte über die Zahlungsbereitschaft der Mitgliedstaaten.

    Die Idee

    Die Abgabe ist der direkteste Versuch der AU, Souveränitätsrhetorik in finanzielle Unabhängigkeit zu verwandeln, und ihr Fehlbetrag ist das ehrlichste Maß für die Integration der Union. Ein Kontinent, der einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat fordert, kann seine eigenen Sicherheitsoperationen noch nicht zuverlässig finanzieren. Solange die Einnahmen sich dem Ziel von 400 Millionen Dollar nicht annähern, bleibt jede AU-Friedensoperation strukturell von externen Partnern abhängig.

    Probier es aus: Prüfe, welche AU-Mitgliedstaaten die 0,2-%-Abgabe tatsächlich national umgesetzt haben und welche nicht.

  15. 15Kapitel 7 und 9

    Die Geldbörse der EU und die Stimme der AU

    Über 70 % des programmatischen Haushalts der AU werden von externen Partnern finanziert, vor allem von der Europäischen Union. Das Buch argumentiert, dass daraus eine Abhängigkeit entsteht, die das eigenständige Handeln der AU bei den VN einschränken kann. Wenn die Organisation, die in der Generalversammlung für Afrika spricht, den Großteil ihres programmatischen Budgets aus Europa bezieht, steht jede Position, die sie bezieht, im Schatten der Frage, was ihre Geldgeber tolerieren werden.

    Die Idee

    Das ist die schärfste strukturelle Erkenntnis des Buches. Finanzielle Abhängigkeit braucht keine expliziten Bedingungen, um Verhalten zu formen; schon die bloße Antizipation des Unmuts der Geldgeber verengt das Spektrum selbstbewusster Positionen. Sie verkompliziert auch die Beziehung AU-EU selbst, da die beiden Organisationen zugleich Partner in Entwicklungs- und Friedensfinanzierung sind und Parteien in Streitigkeiten über die Reform des Sicherheitsrats und den Internationalen Strafgerichtshof.

    Probier es aus: Vergleiche den EU-Anteil am AU-Haushalt mit den eigenen Beiträgen der AU-Mitgliedstaaten im jüngsten Finanzbericht.

  16. 16Kapitel 8 und 10

    Partner und Rivale: die Beziehung AU-EU

    Die AU und die Europäische Union kooperieren in manchen Fragen, darunter Entwicklungsziele und die Finanzierung von Friedensoperationen, und geraten in anderen aneinander. Die Reform des Sicherheitsrats ist eine Bruchlinie: Die EU-Mitglieder haben ihre eigenen Sitze und Interessen, und Afrikas Forderung nach zwei ständigen Sitzen mit Vetorecht steht nicht auf ihrer Geschenkliste. Der Internationale Strafgerichtshof ist eine andere, wo afrikanische und europäische Positionen wiederholt auseinandergegangen sind. Dieselben zwei Organisationen, am Montag verbündet, am Dienstag verfeindet.

    Die Idee

    Die Beziehung AU-EU verweigert die einfachen Etiketten Verbündeter oder Rivale. Kooperation bei Finanzierung und Entwicklung existiert neben echtem Konflikt über institutionelle Macht und internationale Justiz. Die im Haushaltsbefund beschriebene Finanzabhängigkeit macht dieses Nebeneinander besonders heikel, da die AU mit einer Institution argumentiert, die sie zugleich finanziert – eine strukturelle Spannung, die keine Seite leicht auflösen kann.

    Probier es aus: Nimm ein Kommuniqué eines AU-EU-Gipfels und identifiziere, bei welchen Fragen kooperative Sprache entstand und welche sorgfältig vage formuliert wurden.

  17. 17Kapitel 12 und 15

    Das erste regionale Abkommen zur Terrorismusbekämpfung

    Das Übereinkommen der AU von 1999 zur Vorbeugung und Bekämpfung des Terrorismus war das erste regionale Antiterrorismus-Abkommen. Das Counter-Terrorism Committee (CTC) des UN-Sicherheitsrats hat mit der AU zusammengearbeitet, um dieses Übereinkommen umzusetzen, besonders in der Sahel-Region. Afrika schrieb die regionale Vorlage; die Antiterrorismus-Maschinerie der VN kam, um mit ihr zu arbeiten.

    Die Idee

    Der Vortritt zählt im Vertragsrecht: Das Übereinkommen von 1999 gab Afrika ein Rechtsinstrument, Jahre bevor andere Regionen Äquivalente schufen, und es gab dem CTC der VN einen fertigen regionalen Partner. Der Sahel-Fokus zeigt, wo die Dringlichkeit der Partnerschaft liegt, aber auch ihre Grenzen, denn rechtliche Rahmen koordinieren Antworten, ohne die Bedingungen zu verringern, die Gewalt hervorbringen. Das Übereinkommen bleibt die am meisten exportierte Rechtsidee der AU in Sicherheitsfragen.

    Probier es aus: Vergleiche das Antiterrorismus-Übereinkommen der AU von 1999 mit den eigenen Konventionen der VN und notiere, was der regionale Text hinzufügte.

  18. 18Chapters 16-17

    The verdict: equal in rhetoric, asymmetric in fact

    The book concludes that the AU's engagement with the UN is characterized by a 'partnership of equals' in rhetoric but an 'asymmetric relationship' in practice, with the AU often dependent on UN funding and logistical support for its peace operations. The AU's influence in the UN is growing, particularly in areas such as peace and security, climate change, and health, but its lack of a permanent seat on the UN Security Council limits its formal power. The AU's future role will depend on its ability to speak with one voice and to implement its own reforms.

    Die Idee

    The conclusion refuses both triumphalism and dismissal. The AU has built more influence in two decades than skeptics predicted, and the pandemic and climate diplomacy prove it. But influence without a permanent seat is influence on sufferance, renewable only as long as the great powers find it convenient. The two conditions the book sets, unity and internal reform, are exactly the ones the levy shortfall and the Ezulwini deadlock show are hardest.

    Probier es aus: Test the book's thesis yourself: pick one recent UN resolution on Africa and trace how much of its language originated in an AU position.

Zum Merken

Die besten Zitate

“partnership of equals" in rhetoric but an "asymmetric relationship" in practice”
“the right to intervene in cases of genocide, war crimes, and crimes against humanity”
“two permanent seats with veto power and five non-permanent seats for Africa”
“restore 100 million hectares of degraded land across the Sahel by 2030”

Eine faire Kritik

Schwächen

Der institutionelle Fokus des Buches lässt wenig Raum für die Menschen hinter der Diplomatie; Unterhändler, Botschafter und Akteure der Zivilgesellschaft erscheinen als Posten und Ausschüsse, nicht als Charaktere. Die Konzentration auf formale Rahmen, Kommuniqués und Gipfelergebnisse kann die unordentlicheren politischen Aushandlungsprozesse, aus denen sie hervorgehen, einebnen. Leser, die tiefe Fallstudien zu konkreten Konflikten oder einen durchgehenden Vergleich mit anderen Regionalorganisationen suchen, werden die Behandlung als selektiv empfinden. Das Argument, dass Finanzabhängigkeit die Autonomie einschränkt, wird eher behauptet als an konkreten Beispielen belegt, etwa an AU-Positionen, die sich unter Druck änderten.

In einem Satz

Die Afrikanische Union hat bei den Vereinten Nationen eine echte, wachsende Stimme aufgebaut, doch solange sie sich nicht selbst finanziert und keinen ständigen Sitz im Sicherheitsrat gewinnt, bleibt ihre Partnerschaft auf Augenhöhe in der Praxis eine asymmetrische Beziehung.

Ist es etwas für dich?

Für wen sich das Buch eignet

Studierende und Wissenschaftler der Internationalen Beziehungen, der Afrikaforschung und der multilateralen Diplomatie werden die institutionelle Landkarte des Buches als unverzichtbar empfinden. Fachleute, die an UN-Reform, Finanzierung von Friedenseinsätzen oder den Beziehungen zwischen AU und EU arbeiten, werden es über Jahre als Nachschlagewerk nutzen.

3 Fragen

Kurzes Quiz: Wie gut kennst du The African Union in the United Nations?

Frage 1

1What did the Ezulwini Consensus of 2005 demand for Africa on a reformed UN Security Council?

Frage 2

2How much had the AU's 0.2% import levy raised by 2022, against what target?

Frage 3

3When did the annual joint consultative meetings between the AU Peace and Security Council and the UN Security Council begin?

0 von 3 beantwortet

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