1Schrift versus Tradition
Das Rückgrat des Buches ist eine Kollision zwischen einem klaren Bibelvers und Jahrhunderten der Praxis. Gouws zeichnet nach, wie der Titel 'Vater' von den Bischöfen auf die Priester überging und in der römisch-katholischen Kirche formalisiert wurde, wobei die Lehre des Konzils von Trient über die Priesterweihe und die Opfermesse die Vaterrolle des Priesters zusätzlich befestigte. Jede historische Schicht begräbt, so seine Darstellung, das ursprüngliche Gebot immer tiefer. Die Pointe: Tradition ist nicht neutral; sie trägt entweder die Autorität der Schrift oder ersetzt sie stillschweigend, und der Gläubige muss entscheiden, welche Stimme gewinnt, wenn beide sich widersprechen.
Figuren:Phumlani F. M. Gouws
2Die Vaterschaft Gottes als exklusiv
Für Gouws ist der Grund, der dem Gebot beigefügt ist - 'denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist' -, das, was es zeitlos macht. Wenn Gottes Vaterschaft einzigartig ist, dann betritt jeder Mensch, der sich diesen Titel im religiösen Sinn anmaßt, Boden, der Gott allein gehört. Deshalb zieht der päpstliche Titel 'Heiliger Vater' seine schärfste Kritik auf sich: Er schreibt einem Menschen ein Attribut Gottes zu und einen Titel, den Jesus dem himmlischen Vater vorbehielt, wie Johannes 17,11 zeigt. Das Thema mündet in eine Behauptung der Ausschließlichkeit: ein Vater, im Himmel, und keine Stellvertreter auf Erden.
Figuren:Phumlani F. M. Gouws
3Funktion versus Titel
Die sorgfältigste Unterscheidung des Buches trennt, was ein Mensch tut, von dem, wie er genannt wird. Ältere Männer, die jüngere Gläubige anleiten - geistliche Vaterschaft im funktionalen Sinn - sind biblisch und werden bejaht. Ein formeller, unterscheidender Titel für ein geistliches Amt ist verboten. Paulus zeugte Gläubige durch das Evangelium, gebot aber nie jemandem, ihn 'Vater' zu nennen. Diese Unterscheidung erlaubt es Gouws, echte geistliche Mentorschaft zu würdigen und zugleich den Ehrentitel zu verurteilen, und sie gibt Lesern in Kirchen, in denen man 'Vater' sagt, einen Weg, die Beziehungen zu bewahren und sich doch zu weigern, das Vokabular zu übernehmen.
Figuren:Phumlani F. M. Gouws
4Der Preis des Gehorsams
Gouws tut nicht so, als wäre seine Anwendung billig. Die Weigerung, den Titel zu gebrauchen, kann Anstoß erregen; in einer Kirche zu bleiben, die auf ihm besteht, kann unmöglich werden. Er rät zu Sanftmut beim Erklären, zitiert aber auch 2. Korinther 6,17 - 'so gehet aus ihrer Mitte und sondert euch ab' - als Grund, eine Gemeinschaft zu verlassen, die keine Korrektur hören will. Das Thema mündet in eine harte Wahl: Gehorsam gegen das Gebot Christi kann die Gemeinschaft kosten, und das Buch fragt, ob dieser Preis nicht gerade das ist, was das Gebot immer hatte aufdecken wollen.
Figuren:Phumlani F. M. Gouws
5Direkter Zugang zu Gott
Unter der Titeldebatte liegt die Frage der Vermittlung. Gouws argumentiert, dass es, einen Priester im Kontext von Beichte und Absolution 'Vater' zu nennen, einen Menschen auf den Platz Gottes setzt, der allein Sünden vergibt, und den direkten Zugang des Gläubigen zum Vater durch Christus untergräbt. Die Beichtszene ist der Ort, wo das abstrakte Argument konkret wird: ein Büßer, ein Priester und die Frage, wer zwischen dem Sünder und Gott steht. Das Thema mündet im Priestertum aller Gläubigen - kein menschlicher Mittler nötig, kein Titel erforderlich, Christus allein.
Figuren:Phumlani F. M. Gouws